Die Seminare

Aufgabe und Ziel der Priesterbruderschaft St. Pius X. ist „das Priestertum und alles, was sich darauf bezieht, und nichts anderes als das, was das Priestertum betrifft“ (Statuten). Das beinhaltet alles, was für die Ausbildung der Priesteramtskandidaten nötig ist, welche in unseren internationalen Seminaren stattfindet.

Während sechs Jahren intensiven liturgischen Lebens, philosophischer, theologischer und pastoraler Studien, Lebens in der Gemeinschaft, geistlicher Leitung und Führung schreiten die Seminaristen auf dem Weg zum Altar voran und bereiten sich auf ein Leben des Apostolats im Dienste der Kirche und der Seelen vor.

Der Weg zum Altar in sechs Jahren
 

  • Ein erstes Jahr geistlicher Studien vermittelt den Kandidaten die Grundlagen des inneren Lebens. Sie studieren die Heilige Schrift, die Liturgie, den gregorianischen Gesang und Latein (diese Themen bleiben auch in den folgenden Jahren Teil des Studiums) sowie das ÖLehramt der Kirche, insbesondere die großen Enzykliken der Päpste über die modernen Irrtümer.
     
  • Zwei Jahre philosophischer Studien decken alle Fächer des traditionellen Programms scholastischer Studien ab: Logik, Ethik, Kosmologie, Psychologie, Metaphysik sowie auch Apologetik, Patrologie, Ekklesiologie, Kirchengeschichte und kanonisches Recht.
     
  • Drei weitere Jahre theologischen Studiums beschäftigen sich näher mit der Summa Theologiae des hl. Thomas von Aquin und den Werken der klassischen thomistischen Autoren. In den Dogmatik- und Moralkursen erfahren die Seminaristen die Weisheit Gottes und die Seele eines jeden Apostolats, indem sie das Studium gewisser Themen vertiefen, welche sie in den vorhergegangenen Jahren begonnen haben.

Ein heiliger Weg

Der Priester ist Priester für das heilige Messopfer. Die Messe ist sein Leben. In ihr findet er seine Spiritualität: die Nachfolge Christi, der sich dem Vater für die Erlösung der Menschheit darbringt. Der Seminarist richtet sein ganzes Leben auf die Messe aus, „mit alledem, was das bedeutet, was daraus folgt, und mit allem, was dazu Ergänzung ist“ (Statuten II,2). Etappen auf dem Weg des Seminaristen zum Altar  sind der Empfang der Tonsur, die vier niederen Weihen zum Ostiarier, Lektor, Exorzisten und Akolythen, dann die höheren Weihen zum Subdiakon und Diakon, welche der Zulassung zur Priesterweihe vorangehen, die am Ende des letzten Studienjahres erfolgt.

Sechs internationale Seminare

Das erste und bedeutendste Seminar der Priesterbruderschaft ist das Internationale Seminar St. Pius X., welches 1971 von Erzbischof Marcel Lefebvre in Écône, am Fuße der Schweizer Alpen im Kanton Wallis gegründet wurde. Die große Kirche, die im Jahre 2012 geweiht wurde, ist dem Unbefleckten Herzen Mariä geweiht, und die sterbliche Hülle des Gründers ruht in den Gärten des Seminars. Ihr erstes Spiritualitätsjahr verbringen die Kandidaten im Seminar Heiliger Pfarrer von Ars in Flavigny, Frankreich.

Das Seminar Herz-Jesu ist das Haus für unsere deutschsprachigen Kandidaten. Es liegt in Zaitzkofen, in Deutschland.

Die englischsprachigen Seminaristen der Priesterbruderschaft bereiten sich im Seminar Heiliger Thomas von Aquin in Winona, in Minnesota in den Vereinigten Staaten und im Seminar Heilig-Kreuz in Goulburn, Australien, auf das Priestertum vor.

In Argentinien nimmt nahe bei Buenos Aires das Internationale Seminar Unsere Liebe Frau und Miterlöserin unsere spanischsprachigen Seminaristen auf.