Der Weg zum Priestertum

Am 25. Oktober 1923 tritt der junge Marcel in das französische Seminar in Rom ein, welches zu der Zeit von Pater Henri Le Floch geleitet wurde. Er empfängt die Tonsur am 19. September 1925 in der Kirche des römischen Lateran-Seminars durch Monsignore Guiseppe Palica. Die niederen Weihen zum Ostiarier und Akolythen empfängt er am 3. April 1926.

Seine Ausbildung wird durch den Militärdienst in Frankreich unterbrochen. Nach seiner Grundausbildung in Mourmelon wird er im Dezember 1926 dem 509. Panzerregiment in Valenciennes als Unteroffizier zugeteilt.

Seine Studien im französischen Seminar in Rom nimmt er am 17.November 1927 wieder auf. Das Haus wird nun von César Berthet geleitet. Von 1927 bis 1930 ist Marcel Lefebvre dort Großzeremoniar. Die Subdiakonatsweihe empfängt er am 30. März 1929 im Lateran-Seminar durch Monsignore Raffaele Rossi, das Diakonat schließlich am 25. Mai 1929 aus den Händen von Kardinal Pompili in der Basilika St. Johann im Lateran. Parallel dazu vollendet er seine kirchlichen Studien an der päpstlichen Universität Gregoriana, an der er seine Doktorate in Philosophie und Theologie erlangt.

Priester geweiht

Am 21. September 1929 wird Marcel Lefebvre von Bischof Liénart in der Kapelle Unserer Lieben Frau vom Heiligen Herzen in Lille zum Priester geweiht. Pater Lefebvre wird zum Kaplan in Lomme, einem Vorort von Lille, ernannt. Er möchte Afrika-Missionar werden und tritt deshalb 1931 in das Noviziat der Kongregation der Väter vom Heiligen Geist ein, dort legt er am 8. September 1932 die Ordensprofess ab. Am 12. November 1932 schifft er sich nach Gabun ein.

Missionar in Gabun

Zunächst wird er von Mgr. Tardy, dem Bischof von Libreville, mit der Ausbildung der afrikanischen Priester im Seminar von Libreville beauftragt; dort lehrt er dogmatische Theologie und Exegese der Heiligen Schrift. Im Jahr 1934 übernimmt er die Leitung des Seminars. Am 28. September 1935 legt er die ewigen Gelübde ab. Drei Jahre später wird er zur Mission nach Donguila, Lambarene und N'djole geschickt. Er lernt die Landessprache, das Fang. Pater Marcel wird so bis 1945 zum Oberen mehrerer Missionen in Gabun, dann wird er vom Ordensprovinzial nach Frankreich gerufen.

In der Zwischenzeit hat Marcel Lefebvre seine Mutter verloren – sie starb heiligmäßig im Jahr 1938 –, sowie auch seinen Vater, René Lefebvre, der 1941 von der Gestapo wegen seiner Beteiligung am Widerstand verhaftet wurde. Er starb im Februar 1944 im Straflager Sonnenburg, den Rosenkranz in der Hand, als Opfer des nationalsozialistischen Wahnsinns.